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Technische Chemie

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Zwei Maturanten unterhalten sich über ihre Studienpläne. Marc möchte Betriebswirtschaft studieren, weil sein Vater das auch gemacht hat und er sowieso nicht weiß, was er später arbeiten möchte und meint, BWL gewähre eine Jobgarantie. Bernd weiß genau, was er möchte: er will Technische Chemie an der TU Wien studieren. 

Bernd:Hi Marc, weißt du schon, was du inskribieren wirst?

Marc:Hallo! Hm, naja, eigentlich noch nicht so wirklich... Wahrscheinlich werde ich BWL studieren, da kriegt man immer einen Job! Und du?

Bernd:Ich werde Technische Chemie an der TU Wien inskribieren!

Marc:Ehrlich? Was willst du denn damit? Das ist ja das totale Langweilerstudium...

Bernd:Wieso, weißt du denn, was man da im Studium lernt und nach Abschluss allesmachen kann?

Marc:Ich denke, das ist so langweiliges Chemie-Zeug, was wir in der Schule lernen mussten, Periodensystem und so...

Bernd:Ja klar, das Periodensystem muss man schon kennen, aber darum geht's ja nicht allein. Grundlagen sind für jedes Studium wichtig, aber wenn man dann mal das  Basiswissen hat, kann man richtig coole Sachen machen!

Marc:Und was ist richtig cool? Strukturformeln von Molekülen aufmalen und mit O2  und N2 herum rechnen... Klingt ja spannend... (gähnt)

Bernd:Du kannst den Chemieunterricht an einer AHS nicht mit dem Studium vergleichen! Technische Chemie ist ein zukunftsträchtiges Studium. Man kann mit so einem Studium zum Beispiel an der Entwicklung neuer Medikamente mitarbeiten! Die ganze Medizin basiert ja auf chemischen Prozessen. Außerdem ist man ständig auf der Suche nach neuen Wirkstoffen, weil es zu viele Krankheiten gibt, die man nicht oder nur schlecht behandeln kann, manche Wirkstoffe von Patienten nichtvertragen werden usw. Das ist ein riesiges Potential!

Marc:Hm, klingt zumindest nützlich...

Bernd:Ja, aber das ist ja nur ein Bereich. Ein anderer, der momentan auch brandaktuell ist, ist die Nutzbarmachung nachwachsender Rohstoffe für die Industrie. Schau dir mal die Müllmengen an, die wir fabrizieren. Du hast sicher schon von den Sackerln aus verrottbarem Kunststoff gehört. Was glaubst du, wer das entwickelt hat?

Marc:Ein Chemiker?

Bernd:Klar. Chemie steckt in so vielen Bereichen unseres täglichen Lebens drin, nur ist es uns nicht bewusst! Oder Biodiesel... Du kannst nicht einfach in den Supermarkt gehen und Öl in den Tank gießen. Da steckt auch viel chemische Analyse dahinter, bis man mal herausgefunden hat, wie man aus Pflanzen Biokraftstoffe für z.B. Autos herstellen kann.

Marc:Und ich dachte immer, Chemie hat hauptsächlich was mit Erdöl und so langweiligem Bakterienzüchten zu tun...

Bernd:Bakterienzüchten hat mehr mit Biologie zu tun!

Marc:Ich bleib trotzdem lieber bei BWL, man hat einen fixen Job und ein gutes Einkommen...

Bernd:Sei dir da mal nicht so sicher. Guck dir die tausenden BWL Studenten an - können alle das gleiche und kämpfen um die Jobs. Heutzutage ist es wichtig, dass man sich spezialisiert. Fachkräfte sind gefragt!

Marc:Vielleicht hast du Recht...

Bernd:Ich weiß, dass es für mich das richtige Studium ist. Eine Sache, die ich sehr spannend finde, ist die Entwicklung neuer Materialien, sogenannter "functional materials". Hast du schon mal was von Nanotechnologie gehört?

Marc:Ich kenn nur den iPod nano...

Bernd:(lacht) Ja, der hat aber auch nur den Namen mit den Materialien gemeinsam! Mit Nanowerkstoffen kann man z.B. Karosserien mit einer Art Schutzlack versehen, da dieser die Eigenschaft hat, Schmutz schwer an sich haften zu lassen.

Marc:Nie mehr Autowaschen...

Bernd:Oder noch ein Beispiel aus der Medizin: es werden neue Medikamente mit Nanopartikeln entwickelt, die als Wirkstofftransporter verwendet werden, z.B. in der Krebstherapie. Mit Oberflächen aus Nanostrukturen kann man auch viel langlebigere, biokompatible Implantate bauen.

Marc:Ich seh' schon, du hast dich gut informiert!

Bernd:Klar! Sag Bescheid, wenn du deinen Bachelor in BWL hast, dann schenk ich dir einen iPod Nano mit Nano-Oberfläche! ;-) 

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